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Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die Offene Handelsgesellschaft ist im Handelsgesetzbuch (HGB) in den §§ 105 ff. geregelt. Abweichende Regelungen hiervon können im Gesellschaftervertrag getroffen werden. Ist keine Regelung hierzu getroffen, so greifen die festgelegten Bestimmungen im HGB. Die OHG zählt zu den Personengesellschaften.

Zur Gründung der OHG sind mindestens zwei Personen erforderlich, die sich zum geimeinschaftlichen Betrieb eines Handelsgewerbes zusammenschliessen. Jeder Gesellschafter haftet dabei mit seinem Gesamtvermögen unbeschränkt. Die Gründung erfolgt durch einen formfreien Gesellschaftervertrag. Der Beginn des Geschäftsbetriebes im Innenverhältnis wird hierbei im Gesellschaftervertrag geregelt. Beim Außenverhältnis beginnt dieser frühestens mit der Aufnahme der ersten Geschäftstätigkeit und spätestens mit dem Eintrag im Handelsregister.

Die Pflichten der Gesellschafter umfassen die pünktliche Leistung der vereinbarten Kapitaleinlagen, die Leistung persönlicher Dienste (wie Geschäftsführung), ein Wettbewerbsverbot und eine Verlustbeteiligung nach Köpfen. Ist die Kapitaleinlage zu spät oder in zu geringer Höhe eingezahlt worden, so kann eine Schadenersatzpflicht gegenüber der OHG entstehen, wenn dieser Schäden aus der nicht bzw. zu wenig entrichteten Kapitaleinlage entstehen. Kapitaleinlagen können in bar, per Sacheinlage, Grundstücken oder Rechten erfolgen.

Recht der Gesellschafter ist die Geschäftsführung im Innenverhältnis. Im Außenverhältnis gilt laut HGB eine Alleingeschäftsführerbefugnis bei gewöhnlicher Geschäftstätigkeit. Bei außergewöhnlicher Geschäftstätigkeit hingegen ist ein einstimmiger Gesamtbeschluss von Nöten.

Die Prokura für eine OHG kann durch Erteilung eines Gesamtbeschlusses aller geschäftsführenden Gesellschafter erfolgen. Die Entziehung kann durch eine Einzelbefugnis getätigt werden.

Die Gewinnbeteiligung in einer offenen Handelsgesellschaft entspricht laut HGB einer Vordividende und eines Restgewinnes. Die Vordividende entspricht hierbei einer taggenauen Verzinsung von 4% von der Kapitaleinlage des Gesellschafters. Nach Abzug aller Vordividenden wird der Restgewinn pro Kopf aufgeteilt.

Jeder Gesellschafter hat ein unbeschränktes Kontrollrecht. Privatentnahmen von bis zu 4% vom Gesellschafterkonto sind möglich, es zählt der Betrag zum Jahresbeginn. Ein ordentliches Kündigungsrecht mit einer Kündigungsfrist von einem halben Jahr zum Ende des Geschäftsjahres besteht.

Die Haftung der Gesellschafter ist unbeschränkt, unmittelbar (direkt) und gesamtschuldnerisch (solidarisch).

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